Azubis in der Lehrwerkstatt

SCHNOOR bildet im Unternehmen die Fachkräfte von morgen aus – seit Herbst 2019 auch mit eigener Lehrwerkstatt. Ein Konzept, das Früchte trägt.

Am Unternehmensstandort in Burg produziert SCHNOOR vorgefertigte Dachkonstruktionen und Wand-, Dach- und Deckenelemente in Holztafelbauweise. Damit das auch in Zukunft wie am Schnürchen läuft, investiert der Holzbauspezialist schon heute in die Ausbildung von qualifizierten Nachwuchskräften. Denn die Baubranche steht unter Druck, der Fachkräftemarkt ist ausgedünnt – und die Nachfrage hält ungebrochen an. Im Herbst 2019 hat die SCHNOOR-eigene Lehrwerkstatt ihre Tore eröffnet. Das Ziel: die Ausbildung noch individueller und attraktiver zu gestalten.

Hobeln, sägen, zeichnen und intensiv lernen

Einmal pro Woche steigen die Auszubildenden in die „Praktische Unterweisung“ ein. In der Lehrwerkstatt wird gehobelt, gesägt, gebohrt und geschraubt. Hier werden technische Zeichnungen gelesen und selbst angefertigt und theoretisches Wissen in praktisches Handwerk umgesetzt. „Ich habe hier den Raum, die Auszubildenden individueller zu fördern, das ist schon ein großer Vorteil“, urteilt Ausbilder Christian Buch. Zugleich sind die Ausbildungsinhalte in der Lehrwerkstatt noch breiter gefächert. „Wir müssen hier auch Themen aufgreifen, die wir im Produktionsalltag nicht vermitteln können“, erzählt der gelernte Zimmerermeister. So gehören beispielsweise auch Tischlereiverbindungen, die Schnoor selbst nicht herstellt, zum Berufsbild des Holzbauers. Auch sie stehen hier auf der Agenda.

 

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In der Lehrwerkstatt kann Ausbilder Christian Buch die Auszubildenden jetzt noch besser individuell fördern und fordern

Die Praxis im Fokus

Lernen steht im SCHNOOR-Werk aber nicht nur in der Lehrwerkstatt auf dem Programm. In drei Lehrjahren durchlaufen die Azubis die gewerblichen Abteilungen von Bindern, Abbund und Holztafelbau. Hier gibt die Produktion den Lern-Takt vor. Hier erlernen sie den Umgang mit den großen Zimmereimaschinen und werden angeleitet, auch selbstständig zu arbeiten. „Also quasi das wahre Leben“, sagt Ausbilder Buch verschmitzt. „Das finden unsere Azubis natürlich spannend“. Die Lehrwerkstatt biete dagegen den geschützten Raum, um sich an unterschiedlichsten Aufgaben auszuprobieren. „Und das kommt auch gut an“, so Buch.

Drei Azubis aus drei Lehrjahren

Das kann Jorden Burmester nur bestätigen. Der 18-Jährige lernt im ersten Ausbildungsjahr gerade die Grundlagen der mechanischen Holzbearbeitung. Bei Azubi-Kollege Jesse Euen steht im 2. Ausbildungsjahr das Einmessen und professionelle Zusammenfügen von Bauteilen im Vordergrund. Der dritte im Azubi-Bund ist Philipp Nicklaus. Der 19-Jährige büffelt schon fleißig für die Gesellenprüfung und arbeitet an seinem Gesellenstück.

 

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Holzmechaniker in spe: Philipp Nicklaus (i.V.) geht im 3. Ausbildungsjahr mit Riesenschritten auf die Abschlussprüfung zu

„Wer hier was lernen will, dem geben wir die Chance“

Was ein guter Holzmechaniker mitbringen muss? Man braucht ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und sollte in Mathe und Zeichnen nicht allzu schlecht sein, erklärt Buch. Dazu brauche es Zuverlässigkeit und die Lust an der Arbeit. Für SCHNOOR zähle am Ende aber vor allem die Motivation: „Wer hier was lernen will, dem geben wir die Chance“, so der Ausbilder.

Ausbildung mit gutem Ruf

Der Zimmerermeister engagiert sich seit dem Frühjahr auch als Prüfer in der Prüfungskommission der IHK Magdeburg. So kann er auch die Azubis bei Schnoor optimal auf die aktuellen Prüfungsanforderungen vorbereiten. Für den Start ins nächste Ausbildungsjahr im kommenden Herbst hat Schnoor heute schon zwei Bewerbungen. Was ihn persönlich motiviert? „Es ist schön, wenn man die Azubis weiterbringt“, sagt der Ausbilder. „Vor allem wenn man sieht, dass die Jungs das annehmen und umsetzen.“

 

Bild oben: 
Der „Frischling“: Jorden Burmester (i.V.) lernt im ersten Ausbildungsjahr gerade die Grundlagen der Holzbearbeitung.

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